Wenn du heute Morgen Zähne geputzt hast, hast du wahrscheinlich Fluorid verwendet. Fluorid ist nicht falsch – es härtet die Oberfläche deines Zahnschmelzes. Aber es füllt nichts auf. Es repariert nichts. Es ist eine Schutzschicht, kein Baumaterial.
Dein Zahnschmelz selbst besteht zu 97% aus einem anderen Mineral: Hydroxylapatit. Genau dieses Mineral verlierst du jeden Tag durch Säure aus Kaffee, Zucker, Zitrone, Wein. Und genau dieses Mineral bekommt dein Zahn aus normaler Zahnpasta nicht zurück.
Deshalb fängt Karies an, lange bevor du sie siehst. Nicht, weil du schlecht putzt – sondern weil das, was du verlierst, in dem was du benutzt, nicht enthalten ist.
Karies ist kein Loch. Es ist eine Bilanz, die du jeden Tag verlierst.
Ein Zahn ist nicht statisch. Er ist ein lebendiges Mineraldepot, das sich jeden Tag neu sortiert. Bei jedem sauren Schluck verlässt Calcium die Oberfläche. Bei jedem Speichelfluss kehrt etwas davon zurück. Bei den meisten Erwachsenen kippt diese Bilanz täglich ins Minus – langsam, unbemerkt, jahrelang.
Das Loch im Zahn ist nicht der Anfang. Es ist das Ende eines Prozesses, der vor zwei, fünf, manchmal zehn Jahren begonnen hat. Was dein Zahnarzt mit dem Bohrer behandelt, ist ein Endstadium. Was davor liegt – die rauen Stellen, die kleinen Empfindlichkeiten, der „weiße Fleck" am Zahn der noch keine Karies ist – das alles ist die Phase, in der Remineralisierung tatsächlich noch funktioniert.